We came to party

Sieben Tage, sieben Städte – so oder so ähnlich würde sich eine Zusammenfassung eingeleitet wissen, stammte sie aus dem Phrasenbuch für Musiker und „Irgendwas-mit-Medien“-Macher. Und in aller Instagrampoesie und Geschmeidigkeit folgten nun malerische Beschreibungen, wie wundervoll und unbeschreiblich doch die Tour von November Me und e.no war.

Die Wahrheit liegt irgendwo daneben. Vieles war malerisch, bis fantastisch: Zum Beispiel unser Tourauftakt in Rostock, als uns der EinLaden72 und seine bis ins Mark liebenswürdigen Betreiberinnen Melli und Susi erwarteten, und mit ihnen ein bis zum letzten Plätzchen volles Haus, das mehr als begeistert war von unserer Musik. Und ein Weinladen in Bremen, in dem alle, Gäste wie Musiker, froh waren, als der einzige quatschende Tisch sich auch noch lautstark ein Taxi bestellte, dann aber endlich in die Nacht verschwand 🙂 . Oder eine spontane Büroeröffnungsparty in Dresden, bei der wir plötzlich ein aufmerksames, warmes und jubelndes Publikum erwischten, das uns gebannt zuhörte.

Und mit aller Nüchternheit mussten wir uns dennoch gelegentlich eingestehen, dass nicht jeder Veranstalter wirklich sein Herz hergibt, wenn er Musiker einlädt, in seiner Location den Abend zu gestalten. Vor allem in Bezug auf das Setzen eines Fokus auf die Veranstaltung und Schaffen eines Rahmens, der den Musiker willkommen heißt. Und dass nicht jeder Ort auf uns gewartet und nach dem Konzert ins Herz geschlossen hat.

Unberührt davon: Unsere professionalisierte Tourromantik auf langen Autofahrten, an Raststätten, vor Bäckern, in leeren Straßen von Emden um Mitternacht, lange Gespräche zwischen Witz und Wirklichkeit, und unser Nichtzuernstnehmen, wenn wir uns – und andere – beobachten, über uns selbst nachdenken oder auf der Bühne stehen. Unser Gefühl, wenn wir, ganz gleich, ob eine Person oder ein ganzer Raum zuhört, in jedem Rahmen soviel geben, wie uns aus den Poren an Emotionen schwappt.